Fazination analog

Was macht die Faszination der analogen Wiedergabe von Schallplatte aus. Das hängt von verschiedenen, meist auch subjektiven Faktoren ab.

– Physiologie des menschlichen Hörens. Der Hörbereich eines Erwachsenen reicht von etwa 20Hz bis 16kHz. Der wahrgenommene Schall setzt sich aus der Grundschwingung und den Oberschwingungen zusammen. Die Überlagerung (Superposition) aller Frequenzen bestimmt also den Höreindruck. Da die Wiedergabe von Schallplatte eine andere Verteilung und einen anderen Pegel der Oberwellen als bei der Wiedergabe von CD hat, klingt diese für manche Menschen angenehmer. Dies ist auch der Grund warum sich unter anderem Röhren-verstärker wieder starker Beliebtheit erfreuen. Generell werden geradzahlige Harmonische (geradzahliges Vielfaches der Grundfrequenz) als warm und angenehm empfunden. Ungeradzahlige Harmonische werden in der Regel dem Klang als abträglich wahrgenommen.

– Faszination Technik. Da der Abtastvorgang ein sichtbarer mechanischer Vorgang ist, erfreuen sich viele an dieser Art der Wiedergabe. Durch moderne Werkstoffe und Fertigungs-prozesse können heute hochwertige Plattenspieler zu attraktiven Preisen angeboten werden, die früher nahezu unerschwinglich waren.

– Hoher Verbreitungsgrad der Schallplatte. Seit ca. 1948 wird die Schallplatte mit Mikro-schrift nach der RIAA (Recording Industry Association of America) Schneidkennlinie hergestellt. Durch die Flankenschrift können auch Monoaufnahmen auf Stereogeräten abgespielt werden.

– Kein anderes Medium als die Schallplatte lässt mehr Freiheitsgrade bei der Anpassung an die eigenen Hörgewohnheiten zu.
Nachfolgend Parameter die Einfluss auf die analoge Wiedergabe haben:
- Art des Laufwerks (z.B. Masselaufwerk)
- Tonarm (Tangential, Radial)
- Abtaster (MM: Moving Magnet, MC: Moving Coil, MI: Moving Iron)
- Aufstellung des Laufwerks (z.B. auf Wandkonsole)
- Lagerart des Plattentellers (invertiertes Lager, magnetisch gelagert etc.)
- Plattentellerauflage (Filz, Kork, Leder, Schiefer u.v.m.)
- Antriebsart (String, Riemen, Reibrad)
- Art des Antriebsmotors (Gleichstrommotor, Synchronmotor etc.)
- Lagerung des Tonarm (Ein- oder Zweipunktlagerung)
- Tonarmverkabelung
u.v.m.


– In Zeiten in denen Musik nur noch nebenbei konsumiert wird, ist man beim Hören von Platte eher dazu geneigt das Auflegen und Abspielen zu “zelebrieren”. Dies führt zu einem bewussteren Hören der Musik.

All dieses hat dazu beigetragen, dass die Schallplatte nie wirklich vom Markt verschwunden ist.

The clean sound - Der reine Klang oder die Frage warum Platten waschen?

Moderne Schallplatten bestehen aus schwarz eingefärbtem Polyvinylchlorid (PVC). Die Schallinformation für den linken und rechten Kanal wird bei der Flankenschrift in die 45°-Flanken der Rille eingeprägt. In der innenliegenden Flanke wird der linke Kanal, in der außenliegenden Rillenflanke der rechte Kanal abgespeichert.

Die heute allgemein verwendete Mikrorille hat unmoduliert eine Breite von 40 µm, der Rillengrund ist dabei mit einem Radius von 8 µm verrundet. Die Schneidtiefe beträgt bis zu 200µm.

Die Musikinformation die in den Rillen gespeichert ist, wird bei der Wiedergabe mit einer Nadel (in der Regel Saphir oder Diamant) abgetastet. Die mechanischen Auslenkungen werden in elektrische Signale umgewandelt, die dann weiter verstärkt werden müssen.

Hieraus ist schon erkennbar, das diese Form der Musikreproduktion vielen Störeinflüssen unterliegt. So setzt sich z.B. mit der Zeit Staub, Fett und Schmutz in die Rillen der Schallplatte, was zu einer klanglichen Beeinträchtigung bei der Wiedergabe führt (Rauschen, Knacken etc.). Selbst neue Platten sind nicht frei von Verunreinigungen (u.a. Trennmittel).

Abhilfe besteht darin, diese Verunreinigungen wieder aus der Rille zu entfernen, um das volle Klangpotenzial auszuschöpfen. Das Säubern mit einer antistatischen Plattenbürste entfernt meist nur den oberflächlichen Schmutz, der den Klang wenig oder gar nicht beeinflusst. Der nächstliegende Schritt ist, die Verunreinigungen mittels einer Reinigungsflüssigkeit (Mischung aus destilliertem Wasser, Isopropylalkohol und weiteren Reinigungszusätzen) zu lösen und zu binden. Die Flüssigkeit wird danach wieder abgesaugt. Gleichzeitig hat die Reinigungsflüssigkeit noch eine antistatische Wirkung, wodurch Staub weniger stark angezogen wird. Um die empfindliche Oberfläche der LP nicht zu beschädigen, ist sowohl der Arm zum Auftragen der Reinigungsflüssigkeit als auch der Absaugarm mit einem Bezug aus Mikrofasern versehen. Nach dem Reinigungsvorgang ist die Platte wieder trocken und kann direkt abgespielt werden.